Seite: 1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7 · 8 · 9 · 10 · 11 · 12 · 13 · 14 · 15 · 16 · 17 · 18 · 19 · 20 · 21 · 22
 · 23 · 24 · 25 · 26 · 27 · 28 · 29

Lost in Spheres

Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim

Der nächste Morgen begann ohne mich. Mit einem dicken Schädel lag ich ausgestreckt auf meinen vom eigenen Schweiß erbärmlich stinkenden Fellen, zu faul, auch nur einen Faeng zu rühren. Die Pfützen auf dem Boden meines Hyrdslytts waren verdunstet und die Sonne krallte sich erbarmungslos in das Dach. Ich fühlte die Schwüle, die meinen Körper an die Schlafstatt fesselte. Aus weiter Ferne näherten sich Gedanken an den gestrigen Tag, noch nicht faßbar, doch wie sollte ich das Unfaßbare auch zu fassen kriegen? Müde plumpste ich hinab auf den Boden und erhob mich mit einem Stöhnen. "Ich sollte wirklich baden", schoß es mir durch den Kopf, als ich mich vornüber beugte.
Ich warf mir also meinen Umhang über den nackten Körper und stolperte benommen zum Brunnen. Noch immer hatte ich mich nicht an die neue Umgebung gewöhnt. Was mir gestern nur seltsam vorgekommen war, verband sich heute mit einem unheimlichen Gefühl. Wieso, vid Höggr, hatte dieser Baum plötzlich keine Nadeln mehr? Wieso wuchsen aus seinen Ästen dicke, fleischige Blätter? Und wieso - bjarskördret! - waren diese Blätter rosa? In meinem umnachteten Gemütszustand ließ ich Rosa rosa sein und zog einen Eimer lauwarmes Wasser aus dem Brunnen.

Als ich mich gebadet hatte, fühlte ich mich besser. Sicher würde heute ein guter Tag werden. Mein erster Tag, an dem kein Werir meckerte, an dem mir niemand Befehle erteilte, an dem ICH, Studlydyr von Ulfurstud, entscheiden durfte, wer was warum und wann tun sollte. Dem Is und Schnee würde ich auch nicht nachtrauern. Höggrje! Ich hatte jetzt einen weißen Sandstrand vor meinem Hyrd!
Von diesem Gedanken erbaut, entzündete ich ein Feuer in der kleinen Feuerstelle meines NOCH bescheidenen Hyrds und warf meinen dicken Fellumhang hinein. Keine Kälte mehr! Kein Unterordnen!

ES LEBE DIE STUDLYDYR!



weiter >>>