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Vollmond über Ulfurstud

Autor(en): Stefan Vandenberg

Ein Krampf durchzuckte ihren Körper, sie fiel der Länge nach auf ihr Lager zurück. Augenblicklich katalysiert, Arme und Beine von sich gestreckt, waren ihre Augäpfel das einzige, das zu bewegen sie - und auch nur unter der Aufbietung der allerhöchsten Kraftanstrengung - im Stande war. Eine weitere Welle von Krämpfen bewirkte, dass sich ihr Körper kurzzeitig von seiner Unterlage abhob und wieder hinunter sank.

Das Amulett ruhte zwischen ihren vollen Brüsten, die sich erwartungsvoll gegen den Himmel streckten. Auch ihre Brustwarzen hatten sich aufgerichtet und standen - Leuchttürmen in einer dunklen Nacht gleich - weithin sichtbar als Zeichen ihrer Erregung im vom sanften Mondlicht erfüllten Raum. Ihr Herzschlag wurde eindringlicher, ihr Atem ging schwer. Einzelne Schweißperlen glitten über die Hebungen und Senken ihres jugendlich straffen Körpers, um sich dann im Bereich von Bauch und Oberschenkeln zu sammeln. Das Kribbeln und die seltsam mystische Atmosphäre zogen sie mehr und mehr in ihren Bann. Einem Schleier gleich senkte sich Dunkelheit über ihr Bewusstsein. Sie sah den Godhi, jene mystische Gestalt der Heden, der die Verbindung zur jenseitigen Welt vorstellt . Er eilte aufgeregt durch den Raum, immer wieder die Worte "Ich habe das Jakh gesehen!" - einem machtvollen Mantra gleich, vor sich hin murmelnd. Und sie sah Devereux, den Arzt und Heiler, wie sie selbst ein Zugereister, wenn auch schon seit langem kein Fremder mehr für sie, und seine Gehilfen, die in höchster Konzentration Vorbereitungen für einen ärztlichen Eingriff trafen.

Ihr unbekannte Frauen - der Kleidung nach keine Angehörige der Heden - brachten Kessel mit heißem Wasser, Tücher und Decken. Da wieder sah sie Devereux, der eine Tasche mit Instrumenten neben ihr auf einem Tisch ausbreitete. Das glänzende Metall, die hitzige Atmosphäre, trugen das ihrige dazu bei, sie taumelte in einem Rausch in eine ihr bisher unerschlossenen Welt der Gefühle.

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