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Grisgrim und der Wald

Autor(en): Grisgrim

Nun sah ich Walis, die Bäume fällten, um aus ihnen Langschiffe, Gerät, Bögen und Gere zu fertigen. Der Wald wehrte sich nicht.
Wehren? Ein Wald?
Der Wald führte die Holzfäller zu den besten Holzarten, die je nach Verwendung gebraucht wurden.
Der Wald führte?
Walische Krieger und Kriegerinnen nahmen Abschied von ihren Familien und Stämmen und fuhren gen Nor in ein blaues Leuchten.
Der Wald war zufrieden.
Zufrieden?
Seltsam orientierungslos erwachte ich. Ein Blick gen Himmel verwirrte mich. Die Sonne stand noch genauso da, wie vor meinem Nickerchen... Aber mein Schädel brummte.
Nicht der erste verrückte Traum, den ich je gehabt habe.
Ein Schaudern ließ mich daran erinnern, wie ich einst träumte, einen Dämon zu beschwören...
Mein schmerzendes und viel zu schweres Haupt haltend stand ich auf und fuhr zusammen. Vor mir stand ein alter Mann und musterte mich von oben bis unten. Statur und Aussehen waren durchaus walisch, aber die Bekleidung wirkte doch sehr merkwürdig. Ein Flickenteppich aus Tierhäuten und Pflanzenteilen umhüllten die Gestalt des Väterchens. Er stützte sich auf einen großen Eichenstab, der noch grüne Blätter aufwies.
Unvermittelt öffnete er seinen Mund und formte folgende Worte: "Grisgrim, Yllmar'yon ist angekommen. Es sprießt!"
Meine Kinnlade kippte herunter. Dunkel erinnerte ich mich an einen Brief auf meinem Schreibtisch, der von einem etwas merkwürdigen Naturgeist zu stammen schien...
Ich rieb mir die Augen und sammelte meine Konzentration. Dann öffnete ich die Augen, ein "Ja, na und?" auf den Lippen, doch der Nyrdhos war fort. Nyrdhos? Was zum ... ist ein Nyrdhos???
Verrwirrt trat ich meinen Rückweg an. Ich wußte, was ich zu tun hatte.