Fridurfaerdr
Autor(en): Grisgrim
- I -
Pardur
Soweit so gut, und eigentlich würde die Geschichte hier schon enden, wären da nicht eine hinterhältige Zwergin und Pardur (ein älterer Wali mit vielen Leoparden, die er sich auf die Haut malen ließ) gewesen. Pardur der Godhi, zu der Zeit noch Werir der Bognaren, hatte auf einem mehrtägigen Fest der Toku eine Wichtelin dazu gebracht, ein Horn zu leeren. Diese konnte nur umgehen, Wali zu werden, wenn sie einen Ersatz finden würde, der an ihrer statt noch einmal das Horn leeren würde. So traf es sich, daß ich mich an der gleichen Bar wiederfand, an der sie Ihr "Bauernopfer" suchte. Ich war auf Wanderschaft, um geschäftliche Kontakte in fremden Landen zu knüpfen und mal die große weite Welt zu bestaunen. Sie erzählte mir, es gäbe dort einen Mann, der mir wohlgesonnen sei und mir unbedingt etwas zu trinken anbieten wolle. Es war schon merkwürdig, daß ich keinen eigenen Krug bekam, sondern das benutzte Horn nehmen sollte. Doch ich dachte mir nichts Böses und leerte Pardurs Horn. Als er mir eine Lederschnur anbot, weil ich ein so vortrefflicher Trinker sei, wurde ich zwar mißtrauisch, wollte aber auch nicht unhöflich erscheinen. Als dann die Worte fielen "Wer so trinkt, der muss ein Wali sein", kam ich ins grübeln...
Schlußendlich und ohne eigentlich viel dagegen tun zu können, war ich vinnumannr (Unfreier). Ich nahm zwar noch die Einladung an einem gemütlichen Abend beim Zirkel der Magier an, doch war ich, nach den Regeln der Walis für ein Jahr und einen Tag Wali.
Sofort nach dem Fest sollte ich, wie es sich gehörte, mit Sack und Pack auf den berühmt-berüchtigten Langschiffen der Walis reisen. Die Überfahrt über das Meer war ein Erlebnis sondergleichen... Beunruhigende Neuigkeiten ließen uns als erstes Reiseziel die Blumenküste, eine "Kolonie" der Walis, ansteuern. Dies erstaunte mich doch sehr, da meines Wissens zuletzt die Ao-Lai dieses Land besessen hatten und es wohl den Walis geschenkt hatten, denn von einem Krieg war nichts bekannt geworden. Dies erklärte wohl auch das vermehrte Auftreten walischer Händler.
Pardur, der mit mir gereist war, ist, entgegen allen Gerüchten über Walis, eigentlich ein sehr freundlicher Wali, und so erlaubte er mir nach der Ankunft, meine Eltern zu besuchen und Ihnen von der "Ehre" zu berichten, die Ihrem Sohn wiederfahren war. Zu Pardur möchte ich noch sagen, daß er mir stets ein Vorbild war.
Er behandelte mich, einen Unfreien, stets mit Respekt. Später sprach er mir auf einem Bognarenthing sein Vertrauen aus, und gab mir das Gefühl, trotz des Status eines Unfreien ein ehrenhafter Wali zu sein.
weiter >>>