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Fridurfaerdr

Autor(en): Grisgrim

- II -
Der Abschied



Kelir Jarkhan hatte beschlossen, daß meine Paten er selbst und Hartur sein sollten, weshalb ich nach Waligoi reisen mußte, um mich dort zu bewähren. Doch sollte die Reise, wie oben beschrieben, erst zur Blumenküste gehen. Gleich nach der Ankunft an dieser verließ ich das Schiff und besuchte meine Ersatzeltern Ticoman und Zimapa Tonala und meine "jüngeren Geschwister" Mazaka, Toluxa, Xacan und Titlan um mich zu verabschieden. Ob und wann ich zurückkehren würde, war ungewiß.

Nach einem tränenreichen jedoch herzlichen Abschied nahm Ticoman mich zur Seite und meinte, es würde Zeit, mir etwas zu überreichen.
Toll, dachte ich, vielleicht etwas Taschengeld, schließlich waren wir keine arme Familie. Aber nein, er sagte:
"Mein Sohn, lange schwieg ich, wie es dein Vater mir vor langer Zeit befahl. Doch nun, wo sich unsere Wege trennen werden, wird es Zeit, zu tun, was schon längst hätte getan werden müssen."
Er gab mir einen merkwürdig aussehenden Schlüssel, einen Zettel mit fremden Schriftzeichen, und ich bekam eine Karte ausgehändigt.
"Zu dem Schlüssel und dem Pergament kann ich dir nichts sagen, doch die Karte zeigt den verborgenen Weg in ein Tal, in dem dir Taramon der Schwarze ein Haus hinterlassen hat. Ich habe mein bestes getan und dich als meinen eigenen Sohn aufgezogen - mit allen Rechten und Pflichten. Egal, was dein Weg dir nun bescheren mag: du wirst immer mein Sohn sein, nicht nur weil Taramon es dereinst befahl, sondern vor allem, weil du uns stets ein guter Sohn warst."
Außerdem teilte er mir mit, daß sie beabsichtigten, sich zur Ruhe zu setzen, und damit mir, als ältesten Sohn, die Ländereien zufielen. Glücklicherweise hatte ich ja noch Geschwister, die ich bat, an meiner statt den Hof zu führen, die Ländereien zu verwalten und sich um unsere Eltern zu kümmern, solange meine Pflichten als Wali mich banden.

Nachdem ich nun alle meine Angelegenheiten geklärt hatte, sollte die große Reise beginnen. Doch ein Angriff der Frysenflotte auf die Blumenküste machte ein Auslaufen unmöglich. Im Laufe der harten Gefechte wurde ich Assistent des stellvertretenden Heerführers Arngrimm (der eigentliche Heerführer Thimgrim war verhindert). Die Walis kämpften tapfer und verbissen, doch wäre die Übermacht der Gegner zu groß gewesen, wären da nicht die mutigen Clanthonier und die tapferen Kamikaze-Affen den Walis zur Hilfe geeilt. Ohne sie hätte die Schlacht ein böses Ende genommen.

Nun, viel ist an dieser Stelle nicht mehr zu erzählen...

Gemeinsam wurden die Frysen vertrieben und wir versenkten den größten Teil ihrer Flotte. Die Abfahrt zögerte sich dennoch weiter hinaus, da die walischen Schiffe erst repariert werden sollten, denn die Überfahrt nach Waligoi ist lang und gefährlich. Nach Anfrage, und weil meine Künste als Heerführer zwar unumstritten, die als Schreiner und Bootsbauer jedoch mehr als kläglich waren, erhielt ich die Erlaubnis, noch etwas Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Wie sich wahrscheinlich jeder vorstellen kann, hielt mich nichts zu Hause, denn ich wollte unbedingt das Geheimnis der Karte meines Vaters lüften. Von den Walis unbemerkt machte ich mich auf den Weg... (hoffentlich verzeiht mir das der Jarkhan im nachhinein! ;o))



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