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Zum Hügel

Autor(en): André Jarosch

"Dies war also Ulfurstud, die hedische Stadt im Grenzgebiet zwischen Heden und Bognaren." ging es ihm durch den Kopf, als er mit Moira durch den Schnee stapfte. Tatsächlich war es so, daß das Gebiet norlich und yddlich von Ulfurstud das Hauptsiedlungsgebiet der Bognaren war, und das Gebiet im Sud und Wes das traditionelle Gebiet der nomadisierenden Heden. Die Gegend um Ulfurstud war somit Grenzgebiet, und Slaceo war sich nicht einmal sicher, ob dieser Ort nicht doch zum Gebiet der Bognaren gehörte und nur von den Heden beansprucht wurde. Fakt war aber, daß diese Gegend von niemandem richtig besiedelt wurde... bis zur Gründung Ulfurstuds.

"Einen netten Platz habt ihr euch für eure Ztadt ausgezucht, fürwahr." mußte Slaceo der Stadtherrin zugestehen. Am Norufer des Flusses Gyldurfjord gelegen und im Est von der Bucht begrenzt, in der der Fluß in den Endlosen Ozean mündete, bot Ulfurstud einen attraktiven Bauplatz für eine Stadt. Diese Ansammlung von 30 größeren und ein paar Dutzend kleineren Gebäuden konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwar nur mit sehr positiver Grundeinstellung mit der Bezeichnung "Stadt" bedacht werden, doch da dies ab jetzt seine neue Heimat darstellte, war Slaceo nur zu gern bereit diese Bezeichnung zu akzeptieren. Den Mittelpunkt der Stadt bildeten der Thingplatz und die uralten verehrten Runensteine. Ein Netz eines Straßensystems, welches aus einigen breiten Wegen bestand, bot weit mehr Platz als bisher für den Verkehr benötigt wurde, ließ aber schon die Größe erahnen, auf die Moira mit ihren Ambitionen der Stadtgründung und deren Erweiterung hinauswollte. Dies würde einmal eine gewaltige Handelsstadt werden!

Überall waren noch reichlich Grundstücke für weitere Gebäude vorhanden und in Sichtweite war schon der Rand des Waldes zu sehen, der nur gerodet werden mußte, um noch sehr viel mehr Platz bereitzustellen. Die Augenbrauen voller die Sicht behindernder Eiskristalle, und aufgrund kalter Zehen nicht mehr ganz standfest, hätte Slaceo beinahe einen vorbeikommenden Heden auf seinem Reitjakh übersehen, doch Moira griff ihn just in diesem Moment am Ärmel, zog ihn beiläufig von der Straße und bemerkte freudestrahlend: "So und nun beenden wir die Stadtführung. Wir kommen jetzt zu dem Ort, der für euer Badehaus vorgesehen ist." Sie zeigte auf ein größere Gruppe Bäume, hinter der sich der Weg gabelte. Der hintere Teil dieses Wäldchens stand auf einem kleinen Hügel direkt am Scheitelpunkt der Weggabelung. So hatte Slaceo sich das vorgestellt: reichlich Platz für ein Gebäude in den Ausmaßen, die er benötigte - eine gute Lage. Bisher am Rande der Stadt gelegen; doch schon in Bälde, die weiteren Ausbauten der Stadt berücksichtigend, würde sein Badehaus sich mitten in der Stadt befinden. Er hatte zwar geschrieben, daß ihm ein Platz auf einem Hügel am liebsten wäre, hätte aber nicht unbedingt damit gerechnet, auch einen solchen zu erhalten. Der Hügel kam ihm recht gelegen - so würde sein Haus größer wirken als es war, ohne daß er viel Geld in ein zweites Stockwerk investieren musste, um aus der Masse herauszuragen. Mit einem zugekniffenem Auge, seiner Zunge in den rechten Mundwinkel geklemmt und mit dem offenen Auge über den Daumen seiner geballten Hand peilend, visierte er sein Grundstück an. "Zehr Zchön! Ich werde mit dem Bau des Hauses beginnen zobald das Wetter es zuläßt. Am liebsten würde ich schon heute mit dem Bau beginnen..." platzte es voller Enthusiasmus aus ihm heraus, während er sich zu Moira umwendete. "Könnt Ihr mir dabei helfen, Arbeiter zu finden, die znell und zuverläzig ein zolches Gebäude errichten können?"

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