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Fridurfaerdr

Autor(en): Grisgrim

- III -
Das Erbe

Ausgerüstet mit einer walischen Axt und ausreichend Proviant machte ich mich auf die lange beschwerliche Reise. Es waren viele verworrene Wege, die ich ohne Karte vielleicht noch nicht einmal als solche identifiziert hätte. Ich durchwanderte Höhlen, Sümpfe, Täler und Blumenwiesen.

Apropos Blumenwiesen... natürlich will ich nicht jedes Detail dieser Reise schildern, aber diese kleine Begebenheit stelle ich einfach mal stellvertretend vor und bitte jeden, sich den Rest zu denken...
So ungefähr am sechsten Tag meiner Reise durchwatete ich einen wenig zum Tag passenden Sumpf mitten in der Einöde Huanacas. Die Reise war bis hierher doch schon ziemlich anstrengend gewesen und hatte mich auch schon einige Pfund meines vorher sorgsam gepflegten Bauches gekostet.

Urplötzlich - während ich gerade noch mitten dabei war, mein Schicksal und den Sumpf wegen meiner nassen Füsse zu verfluchen, bog ich um einen riesigen, abgestorbenen Baum, und da lag sie vor mir... die lieblichste Blumenwiese, im sattesten Grün und mit den schönsten Blumen, die sich eine hungrige Biene nur vorstellen kann. Mir kam es eigentlich mehr darauf an, meine Füße zu trocknen und mich eine Weile auszuruhen, ohne mich die ganze Zeit mit Moskitos und Nässe herumplagen zu müssen.
Erleichtert lief ich in Richtung eines kleinen Baches, der fast in der Mitte der Wiese zu entspringen schien.

Gut... im nachhinein gebe ich zu,... vielleicht ein wenig zu blauäugig gewesen zu sein. Nicht jeder findet im düstersten Sumpf eine trockene, kleine Blumenwiese und macht sich keine Gedanken. Aber ich war schon zu diesem Zeitpunkt ein WALI. ;o)

Erleichtert aufseufzend ließ ich mich neben den Bach auf einer kleinen Anhöhe nieder, die sich angenehm gegen meinen Rücken schmiegte und genau zu meinen Rückenschmerzen zu passen schien. Dann schloß ich die Augen, atmete einmal tief durch und versuchte einzuschlafen. Das war mir auch schon beinahe gelungen, als ich ein hohes Stimmchen direkt neben meinem Ohr hörte, das mich zu sehr an meinen Hausdrachen daheim erinnerte, um einfach überhört zu werden. Also schlug ich gottergeben die Augen auf und harrte der Dinge, die da kommen sollten.
Und sie kamen - aber anders als ich dachte. Plötzlich schwirrte ein kleines Wesen so dicht vor meinen Augen rum, dass ich erst Schwierigkeiten hatte, überhaupt etwas zu erkennen. Nur dieses Stimmchen überzeugte mich davon, dass dort durchaus etwas war, was es sich lohnte einmal anzusehen. Ich rollte mich herum und schaute zurück. Aber da war es schon ziemlich zu spät. Ich bekam zwar noch mit, daß das Wesen eine Blumenperline war, die aber schon im nächsten Moment ihren kleinen stachelbewehrten Schwanz schwang. Mich durchzuckte noch schnell der Gedanke, von diesem Schwanz schon einmal im Zusammenhang mit Zauberei gehört zu haben, da wurde es dunkel... und dunkler... und total finster...



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