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Fridurfaerdr

Autor(en): Grisgrim


Irgendwann muß ich aller Wahrscheinlichkeit wieder aufgewacht sein. Jedenfalls fand ich mich bei der Arbeit wieder... Bei der Arbeit? Ich dachte das mit solch einer Selbstverständlichkeit, das es mich selbst entsetzte. Wie konnte ich nur?  Aber ich konnte! Und mit welcher Ausdauer erstaunte mich selbst. Und dieses kleine Schippchen machte es nicht wirklich viel einfacher. Und dieses kleine Stimmchen, das immer noch neben mir keifte, auch nicht.

Kommen wir zu den Tatsachen und ersparen uns die erniedrigenden Kleinigkeiten. Ich hatte mich natürlich genau auf Dach und Eingang der Behausung der Blumenperline niedergelassen, weil ich den Hügel nicht wirklich als eine solche identifiziert hatte. Nun mußte ich - ob ich wollte oder nicht - (unter einem Zauber stehend hat man nicht wirklich die Wahl) das Blumenperlinen-Haus wieder aufbauen.
Noch nie war ich Zuhause oder woanders wegen meiner Handwerkskunst gelobt worden und auch hier wurde damit gar nicht erst angefangen...
Aber in der Not frißt der Mythane bekanntlich Fliegen und ich baute dieses tyggr-försakret Haus. Mehr oder weniger freiwillig, wie die Perline es so wollte.
Danach fiel der Zauber genauso von mir ab, wie er gekommen war... und es wurde dunkel, und dunkler und rabendunkel...

Ich fand mich wieder, am Rand der Wiese in einer der tieferen Pfützen. Und einem, wie ich im nachhinein finde, guten Einfall folgend, umging ich die Wiese diesmal vorsichtig und mich immer wieder umsehend und setzte meinen Weg fort. Was blieb, war eine Wiese im Rücken, immer noch nasse Füsse und schmutzige Fingernägel.

Kommen wir aber nun zurück zu meiner Reise und ersparen wir uns tatsächlich den Rest (Glück gehabt!!)...
Nach einer Woche Fußmarsch erreichte ich ein entlegendes Tal. Umgeben von hohen Bergmassiven erschien vor mir ein Land durchzogen von skurrilen Gärten, Wasserfällen und Feldern. Eine Siedlung war an einen Berg gelehnt, und als ich mich ihr näherte, erkannte ich den aolaischen Stil sofort.

Schon als ich mich näherte, geschah Seltsames. Männer und Frauen, die gerade noch ruhig ihre Felder mit vor dem Pflug gespannten Ochsen beackert hatten, liefen vor mir davon, und Kinder trieben sich in doch einigem Abstand um mich herum, wenn sie nicht von ihren Eltern weggezerrt wurden. Kurz, jeder schien plötzlich etwas dringliches im Dorf zu erledigen zu haben. Bald erreichte auch ich das Dorf, und als ich vorsichtig fragen wollte, ob ich denn hier richtig sei, schrien die Dorfbewohner, die sich gerade auf dem Dorfplatz befanden, ganz wild durcheinander, wirbelten herum, um sich dann tief zu verbeugen und zu verstummen. Nach einer langen Zeit erhob sich ein alter Mann, dem Anschein nach der Dorfälteste, und sprach mich an. Ich erfuhr, daß einst ein mächtiger Magier ein Haus, direkt an einen Berg gebaut, in Auftrag gab und die Dorfbewohner zwang, es zu hüten, da sie und Ihre Verwandten sonst bis in alle Tage unter gar grausame Alpträume zu leiden hätten. Sie sollten es hüten, bis einst der Erbe auftauchen würde.
Den Erben würden sie dann von sich aus erkennen.
Vor einer Woche begannen die Dorfbewohner des nachts von jemandem zu träumen, der auf dem Weg zu Ihnen war, um sein Erbe in Anspruch zu nehmen. Wie der Zufall es wollte, hatte nun dieser jemand eine verblüffende Ähnlichkeit mit mir. Dies nahmen sie zum Anlaß mich für diesen Erben zu halten und auch als solchen zu begrüßen.
Nach so langer Zeit hatten sie beinahe die Hoffnung aufgegeben, daß der Erbe jemals auftauchen und damit der Fluch von Ihnen genommen würde. Mit gehörigem Respekt führte mich Hashimoto, so oder ähnlich hieß der Alte, zu "meinem" Haus. Leider war im und am Haus kein Schloß zu finden, worin mein geheimnisvoller Schlüssel hätte passen können. Ich besprach mich mit Hashimoto und erfuhr, daß in den Bergen reiche Gold- und Silbervorkommen vorhanden seien.

Die Ao-Lai versprachen, weiterhin mein Haus zu hüten und nach dem Rechten zu sehen. Ich hatte recht wenig, was ich solcher Gastfreundlichkeit entgegenzusetzen hatte. Die Ao-Lai waren jedoch so froh, den Fluch endlich los zu sein, daß ihnen das wenig auszumachen schien.

Der Abschied war sehr feierlich und es schien, dass die Ao-Lai sehr erleichtert waren, daß ich - ihrer Meinung nach - nicht nach meinem Vater schlug.

Das im Haus befindliche Vermögen sollten sie noch weiterhin für mich verwahren... ich würde es später sicherlich noch brauchen. Im Moment war es für mich eher hinderlich als unfreier Wali so vermögend zu sein und vor allem mein Vermögen mit mir zu tragen.



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