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Fridurfaerdr

Autor(en): Grisgrim

- V -
Gryggr der Alte



Bei meinen Runden durch die riesige Festungsanlage hatte ich mir auch vorgenommen, wenig genutzte und entlegende Gänge zu kontrollieren. Als ich nun einen dieser Gänge langging, lief mir ein alter Kauz hastig über den Weg. Er war eher in sich gekehrt, doch als wir auf einer Höhe waren, riß er mit seiner knöchrigen Hand schneller als ich es aufgrund seines hohen Alters erwartet hätte an meinem Arm, sah mich böse funkelnd an und schrie mir ins Gesicht "hjálmr tu ytar dirk mörkyrd arfur, drantar taramonr" (Hüte dich vor deinem dunklen Erbe, Sohn des Taromons). Völlig erschrocken riß ich mich los, machte einen Satz zurück, schaute ihn an und fragte völlig verdattert "Äh, was?".
Der Alte musterte mich lange von oben bis unten.
"Ihr seid Grisgrim?" Bestätigend nickte ich. "Ich bin Gryggr." Das schien für ihn genug der Erklärung, und er wandte sich ab und ging davon. Als ich nicht sofort reagierte, sondern erst mal stehen blieb, winkte er mir ungeduldig zu, ihm zu folgen. Er führte mich endlos erscheinende Gänge entlang. Treppauf, treppab treppauf, usw. bis ich gänzlich die Orientierung verloren hatte. Schließlich kamen wir zu einer kleinen Kammer, die er mir als seine Räumlichkeit vorstellte. Er bot mir eine Sitzgelegenheit in dem kärglich eingerichteten Raum an und kramte aus einer Ecke Brot, Käse und ein kleines Faß Met sowie zwei Hörner hervor. Dort führten wir lange Gespräche, bei denen er mich immer wieder nach meiner Kindheit und Jugend ausfragte. Ich erfuhr, daß Taramon, mein Vater, ein Schwarzmagier, der sein Leben allgemein der Dämonologie und im speziellen der Nekromanthie gewidmet hatte, gewesen sei, der schon seit einiger Zeit verschollen war. Sein Name stand für Furcht und Entsetzen (zumindest in Magierkreisen, er soll ursprünglich aus Ranabar stammen, war aber wohl sehr bald vertrieben worden sein). Gryggr konnte die Schrift auf dem Zettel, den Ticoman (mein Pflegevater) mit auf den Weg gegeben hatte, übersetzen. Es handelte unter anderem von einem planaren Tor. Gryggr erklärte mir, wie man die fremden Worte auszusprechen hatte (na ja, er versuchte es zumindest...). In der Tat konnte ich danach wenigstens einige Wörter richtig aussprechen. Mit dem Schlüssel wußte er ebenso wenig anzufangen, wie damit, daß mir ausgerechnet ein ao-laisches Haus vererbt wurde. Viele Methörner später brachte mich Gryggr zurück, in mir bekannte Teile der Festungsanlage.

An diese langen Gespräche würde ich bestimmt noch lange zurückdenken.

An die eisige Kälte Waligois hatte ich mich zwar beinahe gewöhnt, die Eistrolljagden mit meinem Jarkhan genossen, doch war ich auch froh, als zu Frühlingsbeginn die Reise wieder gen Süden ging.



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